Aktivierende Pflege zur Rehabilitation

Selbstständig als Pflegepatient dank aktivierender Pflege

Grenzen überschreiten als Pflegepatient dank aktivierender Pflege

Die aktivierende Pflege ist eine relativ neue Schule in der Pflegebranche. Man versucht bei der aktivierenden Pflege dem Pflegepatienten nur die Verrichtungen abzunehmen, welche er wirklich nicht selbst bewältigen kann. Hilfe zur Selbsthilfe ist der Leitsatz. Für die pflegenden Personen bedeutet dies, dass sie sich einerseits zurückhalten müssen und abwarten, ob ein Pflegepatient die Aufgabe auch alleine bewältigen kann. Andererseits gehört zur aktivierenden Pflege auch die Anleitung des Pflegepatienten, gewisse Dinge wieder oder sogar neu zu erlernen. Deshalb wird in der Fachsprache auch von Rehabilitation im Zusammenhang mit aktivierender Pflege gesprochen.

Aktivierende Pflege  führt zu höherer Zufriedenheit

Der Begriff aktivierende Pflege tauchte etwa im Jahr 1980 das erste Mal in der Fachliteratur auf. Er wurde im Zusammenhang mit der Pflege nach Schlaganfällen geprägt. Man stellte damals fest, dass die normale Pflege die Hilflosigkeit und Unzufriedenheit der Patienten eher förderte. Die aktivierende Pflege hingegen, bei denen der Pfleger erstmal dazu angehalten wird, zu beobachten und anzuleiten, erwies sich hier als deutlich besser.

Bei der aktivierenden Pflege steigt die Zufriedenheit des Patienten nach kurzer Zeit enorm an. Die Patienten lernen sich selbst zu helfen. Damit gewinnen sie ihr Selbstvertrauen zurück und die Autonomie im Denken und Handeln wird gefördert. Durch das Fordern des Körpers und der geistigen Fähigkeiten kommt es zudem oft zu einem Effekt der Verbesserung. Aktiv gepflegten Patienten geht es in der Regel deutlich besser wie Patienten, denen alle Verrichtungen bei ersten Anzeichen von Schwierigkeiten abgenommen werden.

Aktivierende Pflege umsetzen als Angehöriger

Wie können Sie als Angehöriger oder Pflegepatient erreichen, dass die aktivierende Pflege angewendet wird? Als erstes gilt es, allen Personen im Umfeld des Pflegepatienten diesen Wunsch deutlich darzustellen. Die Worte “Helft mir, mir selbst zu helfen.” sind in diesem Fall eine sehr wichtige Botschaft. Aber es gilt noch mehr zu beachten, damit die aktivierende Pflege wirklich umgesetzt werden kann:

  • Vermeiden Sie Misserfolge durch gute Anleitung Schritt für Schritt und durch teilweise Hilfe, die schrittweise zurückgeschraubt wird: “und jetzt probierst du es mal selbst…”.
  • Planen Sie auch für passive Beaufsichtigung und Anleitung der gepflegten Person im Zuge des Begutachtungsverfahrens genügend Zeit ein bzw. protokollieren Sie diese Zeit auch im Pflegetagebuch.
  • Planen Sie in Schritten und denken Sie in Sprüngen: eine Überforderung ist unbedingt zu vermeiden. Ähnlich wie Kinder in der Schule zum Lernen motiviert werden müssen, sollten Pflegepatienten motiviert und ermutigt werden, wenn die Selbstpflegefähigkeit gefördert werden soll.

Beitrag verfasst von Konrad Dießl.