21.03.2016

Dekubitus – Vorbeugung ist der beste Weg!

In diesem Artikel verraten wir Ihnen die wichtigsten Punkte rund um die Dekubitus Prophylaxe. Zuvor erklären wir Ihnen wie es zum Dekubitus kommt, was sich genau dahinter versteckt und danach vor allem: wie können Sie vorbeugen.

Dekubitus – Immobilität als häufigste Ursache

Mit steigendem Alter werden viele Personen immobil, zum Beispiel durch Unfälle mit Knochenbrüchen und schlechter Genesung, was oft zur Bettlägerigkeit führt. Dies wiederum hat nicht nur zur Folge, dass sich Angehörige oder meist auch Pflegepersonal mehr kümmern und bei vielen täglichen Aufgaben Hilfestellung leisten. Für die betroffenen Personen selbst ist das meist schon schlimm genug – die Selbstständigkeit wird dadurch sehr eingeschränkt. Dies führt oft auch zu einer starken psychische Belastung. Unter anderem treten durch eine lange Bettlägerigkeit auch Folgekrankheiten auf. Eine häufige Folge ist ein Dekubitus, also ein Druckgeschwür.

Was ist ein Dekubitus?

Ein Dekubitus ist ein Druckgeschwür; umgangssprachlich spricht man auch von „sich wund liegen“. Die hohe Belastung der Haut durch das eigene Gewicht führt zu Wunden; des weiteren kommt noch der Druck des Knochens von innen auf das Gewebe hinzu. Generell kann sich ein Dekubitus an jeder Stelle des Körpers bilden, jedoch tritt er an bestimmten Stellen gehäuft auf. Es handelt sich dabei um die Punkte des Körpers, an denen sich nicht viel Gewebe zwischen Knochen und Haut befindet, und somit der Druck von außen und von innen am stärksten ist. Es sind die typischen Auflagestellen wie zum Beispiel Hinterkopf, Schultern, Ellbogen, Wirbelsäule, Kreuz-und Steißbein, Gesäß und Ferse.

Die Wunden können unterschiedlich groß sein und reichen unterschiedlich weit in das Gewebe hinein. In aller Regel sind Dekubitus-Wunden infiziert, also mit Bakterien besiedelt. Der Körper bzw. das Immunsystem ist somit vorerst mit der Bekämpfung der Bakterien beschäftigt. Oftmals sondern die Bakterien auch Toxine, also Gifte ab, welche natürlich auch vom Körper beseitigt werden müssen. Dies führt wiederum dazu, dass das Immunsystem stark beansprucht ist und die Heilung somit sehr lange dauert und kompliziert ist.

Ein Dekubitus ist sehr schmerzhaft.

Die Schweregrade eines Dekubitus

Es gibt vier verschiedene Schweregrade nach denen eine Dekubitus-Wunde eingeteilt wird.

  1. Grad: Die Haut selbst ist intakt, es ist jedoch eine eingegrenzte Hautrötung sichtbar. Ein einfacher Test, um einen Dekubitus von einer anderen Hautrötung zu unterscheiden ist der Fingertest. Drückt man mit einem Finger auf die Hautrötung, so sollte normalerweise ein kurzzeitiger, weißer Abdruck bleiben. Ist dies nicht der Fall und die Rötung bleibt rot, so liegt eine Schädigung der Haut durch erhöhten Druck vor.
  2. Grad: Die Haut ist bereits sichtbar an der Oberfläche beschädigt. Eine Durchblutungsstörung ist vorhanden.
  3. Grad: Die Haut ist bis in die Tiefe hinein geschädigt und auch das darunter liegende Gewebe ist betroffen. Eine Stofftransportstörung ist vorhanden. Eine tiefe, offene Wunde ist sichtbar.
  4. Grad: Alle Hautschichten sind betroffen. Das Gewebe ist zerstört und auch umliegende Muskeln, Knochen, Sehen und Kapseln. Eine deutliche Zellzerstörung ist sichtbar.

Vorbeugung gegen Dekubitus

Vorbeugung ist besser als ein Dekubitus: schonende Körperhygiene betreiben

Das Beste ist natürlich einen Dekubitus von vornherein zu vermeiden. Hierfür gibt es unterschiedliche Möglichkeiten.
Dies fängt bei der täglichen Körperhygiene und -pflege an. Der natürliche Schutzmantel der Haut muss so gut wie möglich aufrecht erhalten werden. Wichtig zu wissen ist, dass warmes Wasser die Haut stärker angreift als kaltes Wasser. Ebenfalls waschaktive Substanzen, also Seife und dergleichen, laugen die Haut eher aus.

Wenn nicht unbedingt notwendig, kann man also versuchen mit kühlem Wasser ohne Waschzusätze zu reinigen. Bei Verwendung von warmem Wasser und Waschzusätzen ist darauf zu achten, den Waschzusatz gründlich mit klarem Wasser nachzuspülen. Bei sehr trockener Haut können Ölwaschemulsionen dem Wasser zugesetzt werden. Cremes und Lotionen können verwendet werden. Sie sollten jedoch individuell auf den Hauttyp abgestimmt sein. Am besten sie fragen hierzu in einer Apotheke mit guter Kosmetikabteilung nach. Durchblutungsanregende Salben oder auch Massagen, sowie porenverstopfende Fettsubstanzen (Vaseline, Melkfett etc.) dürfen nicht verwendet werden!

Vorbeugung gewinnt: Umlagerung schützt vor Dekubitus

Sehr wichtig bei Prophylaxe ist die kontinuierliche Umlagerung (circa alle zwei Stunden)um langfristigen, punktuellen Druck auf ein und die gleiche Stelle zu vermeiden. Die richtige Lagerung der Person ist sehr ausschlaggebend. Es gibt verschieden Lagerungen, die es ermöglichen, Personen in verschiedene Stellungen zu legen. Also mal auf den Bauch, mal auf den Rücken und mal auf die Seite. Prinzipiell muss darauf geachtet werden besonders anfällige Stellen nicht zu belasten und andere Stellen, die viel Gewebe haben und somit Polsterung bieten mehr zur Belastung zu nutzen.

Um die Lagerung weiter zu verbessern sind weitere Hilfsmittel möglich. Dabei ist stets darauf zu achten, dass die eigene Bewegungsmöglichkeit des Patienten nicht eingeschränkt wird. Die bekanntesten Lagerungssysteme sind: Weichlagerungs-Systeme, Wechseldruck-Systeme und Micro-Stimulations-Systeme. Hierbei sollten sie jedoch ganz speziell darauf achten, sehr individuell auf den Patienten einzugehen und dessen Gesundheitszustand und Bedürfnisse miteinzubeziehen. Am besten holen Sie sich hierzu professionelle Hilfe.

Vorbeugung gewinnt: trockenes Klima im Bett hilft gegen Dekubitus

Wichtig ist es auch, darauf zu achten, dass das Klima im Bett nicht zu feucht ist. Matratze und Bettwäsche sollten gut belüftet sein, also atmungsaktiv. Verhindern Sie in jedem Fall wasserdichte Einlagen um die Matratze zu schonen. Dies wird leider bei inkontinenten Personen oft gemacht. Besser ist hier, die Einlagen häufig zu wechseln. Feucht-warmes Klima führt dazu, dass die Haut aufquillt und somit sehr anfällig für eine Dekubitusentstehung wird.

Vorbeugung gewinnt bei Dekubitus: richtig ernähren

Auch eine ausgewogene Ernährung ist prophylaktisch unvermeidbar. Sie trägt zu einer allgemeinen körperlichen Gesundheit bei und verringert somit die Risikofaktoren für einen Dekubitus. So zum Beispiel eine gesunde Haut.

Übliche Behandlungsmethoden bei Dekubitus

Tritt ein Dekubitus auf so wird üblicherweise eine Fotodokumentation durchgeführt und der gesundheitliche Status des Patienten auf bestimmte Faktoren hin aufgenommen. Dies ist nötig, um eine erfolgreiche Therapieform zu finden. Diese besteht normalerweise aus zwei verschiedenen Ansatzpunkten. Zum einen wird der Dekubitus direkt behandelt, also eine Lokaltherapie durchgeführt. Zum anderen wird versucht, über andere, äußere Faktoren auf den Dekubitus einzuwirken. Dies nennt sich Kausaltherapie. Dabei wird der Schmerz behandelt, es wird versucht über die Ernährung Einfluss zu nehmen bzw. haben Dekubitus-Patienten einen erhöhten Energie- und Proteinbedarf, und speziell auch Vitamine und Mineralstoffe. Desweiteren wird der Dekubitus nach Möglichkeit vollkommen von der Druckbelastung befreit und gesamte gesundheitliche Zustand des Patienten wird zu verbessern versucht. Dies geschieht zum Beispiel üner aktive und passive Mobilisation.

Beitrag verfasst von Konrad Dießl.