Die gesetzliche Pflegeversicherung

Wer genießt den Schutz der gesetzlichen Pflegeversicherung?

Jeder Bürger in der Bundesrepublik Deutschland muss gesetzlich oder privat krankenversichert sein. Versteht man die Pflegeversicherung als Folgeversicherung für die Krankenversicherung, so kann man Folgendes festhalten: Gesetzlich Krankenversicherte können im Bedarfsfall die gesetzliche Pflegeversicherung in Anspruch nehmen; privat Krankenversicherte müssen für den Fall der Pflegebedürftigkeit eine private Pflegeversicherung abschließen bzw. sind bei einem geringen Niveau in der privaten Pflegepflichtversicherung abgedeckt. Voraussetzung für die Inanspruchnahme der Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung ist die nachgewiesene Pflegebedürftigkeit. Um die Auszahlung zu erhalten, muss eine bestimmte Vorversicherungszeit nachgewiesen werden und ein Antrag auf die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung gestellt worden sein.

Fakten zur Finanzierung der gesetzlichen Pflegeversicherung

Wer übernimmt die Auszahlung der gesetzlichen Pflegeversicherung?

In der Regel kommt die Versicherung für die Zahlungen/Leistungen auf, bei welcher man zuvor versichert war; nur sind die auszahlenden Stellen rechtlich selbständig und haushalten eigenständig.

Wie wird die gesetzliche Pflegeversicherung finanziert?

Bei der Pflegeversicherung kommt die Beitragsfinanzierung zum Tragen: zur Hälfte zahlt der Arbeitgeber, zur Hälfte der Arbeitnehmer in die Pflegeversicherung ein. Der derzeitige Beitragssatz beträgt 2,35% der beitragspflichtigen Einnahmen. Für den Fall, dass keine Kinder existieren und man älter als 23 ist, muss zudem ein Aufschlag von 0,25% der beitragspflichtigen Einnahmen eingezahlt werden. Unten können Sie dazu mehr lesen.

Woraus besteht der Schutz der gesetzlichen Pflegeversicherung?

Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung

Mit Einstufung in eine der gesetzlich festgelegten Pflegestufen, stellt die Krankenkasse den Pflegebedarf des Versicherten fest. Ausgehend davon wird bestimmt, welche Geld- und Sachleistungen dem Betroffenen zustehen. Wichtiger Grundsatz hierbei ist, den Patienten durch medizinische Rehabilitation zu ermöglichen, die Pflegebedürftigkeit zu überwinden beziehungsweise den bestmöglichen Zustand wiederherzustellen.

Bedarf an Leistungen der Pflegeversicherung

Der Schutz der gesetzlichen Pflegeversicherung deckt nur einen Teil der tatsächlich anfallenden Kosten. Durchschnittlich fallen in etwa die im Folgenden aufgelisteten Kosten für die Pflege an:

Darstellung über die reellen Kosten der Pflege

Pflegeversicherung der GKV reicht nicht aus!

Tatsächlich zahlen die gesetzlichen Pflegeversicherungen etwa folgende Maximalbeträge aus:

Die Tabelle zeigt, wie hoch die Erstattung der gesetzlichen Pflegeversicherung für Pflegeleistungen ausfallen.

Versorgungslücke

Sieht man sich die zuvor angeführten Tabellen an, wird schnell deutlich, dass wir in allen Pflegestufen eine erhebliche Differenz zwischen den Beträgen von Bedarf und Leistung der Pflegeversicherungen haben, welche die Versorgungslücke darstellt. Die Differenzbeträge zwischen Bedarf und Leistung der Pflegeversicherungen sind im Folgenden aufgelistet:

Die Tabelle zeigt die Versorgungslücke von gesetzlicher Pflegeversicherung zu den Realkosten eines Pflegefalles in Deutschland

Die Leistungen, die von den Pflegeversicherungen ausgezahlt werden, reichen also definitiv nicht aus, um den tatsächlichen Bedarf der pflegebedürftigen Person zu decken.

Versorgungslücke schliessen

Die festgestellte Mehrbelastung muss entweder durch Rücklagen, finanzielle Unterstützung durch Angehörige oder eine Pflegezusatzversicherung gedeckt werden. Letztere empfiehlt sich besonders, da zunächst das gesamte Vermögen in die Kostendeckung (Haus, Wohnung, Inventar) mit einfliesst und in weiterer Folge die Angehörigen belangt werden bevor die Sozialhilfe aktiv wird. Aus diesem Grund legen wir vom Team Test Pflegeversicherung Ihnen nahe, eine Pflegezusatzversicherung abzuschliessen!

Der Beitrag zur Pflegeversicherung

In diesem Kapitel erklären wir Ihnen alles zu den unterschiedlichen Beiträgen zur gesetzlichen Pflegeversicherung. Wer zahlt wieviel, gibt es Unterschiede nach Bundesländern usw.

Betragshöhe der Pflegeversicherung

Seit 01.01.2015 liegt der Beitrag zur Pflegeversicherung bei 2,35%. Bei Arbeitnehmern wird die Hälfte hiervon vom Arbeitgeber übernommen. Beide Seiten zahlen somit 1,175%. Um die Pflegeversicherung finanziell zu ermöglichen wurde ein bundesweiter gesetzlicher Feiertag gestrichen, der Buß- und Bettag.

Nur das Bundesland Sachsen wollte diesen Feiertag nicht aufgeben; deshalb ist der Arbeitnehmeranteil dort höher, er liegt bei 1,675%. Vom Arbeitgeber werden hier somit nur 0,675% übernommen.

Sonderreglung für Kinderlose

Kinderlos müssen einen Zuschlag von 0,25% bezahlen, also insgesamt 2,6%. Diese Regelung gilt seit 01.01.2005. Diese Regelung gilt nicht für kinderlose Mitglieder, die vor dem 01.01.1940 geboren sind, für Bezieher von Arbeitslosengeld II und für Versicherte bis zur Vollendung des 23.Lebensjahres.

Beiträge zur Pflegeversicherung – Zusammenfassung

  • Pflegeversicherungsbeitrag deutschlandweit (Ausnahme Sachsen): 2,35%
    • Arbeitnehmeranteil: 1,175%
    • Arbeitgeberanteil: 1,175%
  • Pflegeversicherungsbeitrag Sachsen: 2,35%
    • Arbeitnehmeranteil: 1,675%
    • Arbeitgeberanteil: 0,675%
  • Pflegeversicherungsbeitrag für Rentner: 2,35%
  • Pflegeversicherungsbeitrag für Beihilfeberechtigte (Beamte, Soldaten, Richter, Waisen, Witwe/r): 1,175%
  • Freiwillig Versicherte (z.B. Selbstständige): 2,35%
  • Beitragszuschlag für Kinderlose: 0,25%

Beitragsbemessungsgrenze

Die Beitragszahlungen von Personen mit gesetzlicher Krankenversicherung und sozialer Pflegeversicherung haben eine sogenannte Beitragsbemessungsgrenze. Diese liegt seit 01.01.2016 bei EUR 4237,50,-. Übersteigt das Einkommen diese Grenze, so muss für den übersteigenden Betrag kein Beitrag mehr geleistet werden.

Beitrag verfasst von Konrad Dießl.