Pflege durch Angehörige oder Kinder

Häusliche Pflege durch Angehörige

Im deutschen Recht gibt es die Möglichkeit, dass Angehörige die Pflege einer pflegebedürftigen Person bis zu einem gewissen Ausmaß übernehmen. Für ihren Einsatz erhalten die Pflegenden ein Pflegetagegeld. Dieses hängt von der festgestellten Pflegestufe ab. Zudem gibt es weitere Unterstützungen und steuerliche Entlastungen für Angehörige,  welche die Pflege übernehmen.

Wie kommen Sie zu einer Entscheidung ob Sie als Angehöriger pflegen wollen oder nicht? Dies zeigt die Grafik.

Wege der finanziellen Entlastung

Für Personen, die einen Angehörigen pflegen, gibt es unter anderem folgende Möglichkeiten der finanziellen Entlastung. Bitte beachten Sie, dass diese Freistellungen nicht von allen Personen und nur unter bestimmten Voraussetzungen in Anspruch genommen werden können. Hierzu informiert Sie eine Pflegeberatungsstelle.

  • Kurzzeitige Freistellung durch den Arbeitgeber ohne Lohnfortzahlung
  • Teilweise Freistellung für 6 Monate mit Lohnfortzahlung
  • Vollständige Freistellung für 6 Monate ohne Lohnfortzahlung
  • Kündigungsschutz für die Dauer der Pflegezeit
  • Lohnfortzahlung (75%) mit anschließender Rückzahlung im Rahmen der Familienpflegezeit.
  • Pflegetagegeld

Pflegen ist anstrengend

Auch wenn es mittlerweile durch die verschiedenen Gesetzeswerke eine Anerkennung der Pflege durch Angehörige gibt, sollten Sie nicht den damit verbundenen Aufwand und Anstrengung unterschätzen. Stellen Sie sich vor, die pflegebedürftige Person wohnt etwa 60 km entfernt von Ihrem Wohnort:

  • Jeden Tag fallen mindestens eine Hin- und Rückfahrt an; mit einer Distanz von insgesamt 120 km. Treibstoff und Verschleisskosten an Ihrem KFZ sollten Sie entsprechend berechnen, wenn Sie den Aufwand kalkulieren. Neben der Zeit für die Pflege fallen die An- und Abfahrtszeit ins Gewicht.
  • Zudem ist Pflege emotional und körperlich sehr anstrengend. Nicht immer kommen Pflegende gut damit zurecht, Ihren Eltern auf diese, sehr ungewohnte Art und Weise, zu begegnen.
  • Ihr Wert als Angehöriger ist nicht, dass Sie bei der Pflege besonders hilfreich sind – nein, die Pflegebedürftige Person wird Sie nur dafür schätzen, dass Sie sie kennt und Ihnen vertraut. Konzentrieren Sie Ihre Unterstützung also auf diese Tätigkeiten, wo Vertrauen und Nähe besonders wichtig sind. Schenken Sie Zeit in Form von Anwesenheit, Gespräch und Aufmerksamkeit.

Fazit zur Pflege durch Angehörige oder Kinder

Besonders bewährt hat es sich, wenn Angehörige oder Kinder sich besonders um Aufmerksamkeit für die pflegebedürftige Person bemühen. Wenn es finanziell machbar ist, lohnt es sich sehr Tätigkeit wie das Reinigen der Wohnungen und die Verrichtungen der Grundpflege an eine 24 Stunden Kraft zu verlagern. Es ist sehr anstrengend als Angehöriger seine eigene Familie und seinen eigenen Job gut zu machen, die wenigsten Personen haben da die Kraft für eine Teilzeitpflege über. Planen Sie für Ihre eigenen Belange hier genügend Kraft und Zeit ein.

Natürlich ist das sehr schwierig zu machen, wenn die pflegebedürftige Person keine private Pflegeversicherung hat. Die Erstattungen der gesetzlichen Pflegeversicherung reichen bei Weitem nicht aus, um im Alter komfortabel leben zu können.

Beitrag verfasst von Konrad Dießl.