21.03.2016

Pflege durch Angehörige – die besten Tipps

“Das mit dem  Putzen klappt kaum noch bei Oma, jedes Mal wenn ich da bin, helfe ich ihr damit.”, “Oma benimmt sich seit Kurzem so komisch.” – oft beginnt ein Pflegefall in der eigenen Familie mit solchen Sätzen. Eine verwandte Person wird meist relativ rasch von heute auf Morgen pflegebedürftig. Nicht immer zeichnet sich dies lange im Voraus ab. Hier erhalten Sie Tipps zur Pflege und Unterstützung von Verwandten, die zum Pflegefall werden.

Die meisten Menschen benötigen mit steigendem Alter Unterstützung und Hilfe. Diese Aufgabe wird häufig durch einen nächsten Angehörigen übernommen. Diese Verantwortung sollte man jedoch nicht unterschätzen. Es ist nicht nur körperlich sondern auch psychisch sehr anstrengend und fordert zudem einen Großteil der eigenen Zeit. Somit bleibt man selbst oft auf der Strecke. Professionelle Hilfe wird meist erst in Anspruch genommen, wenn der pflegende Angehörige selbst unter gesundheitlichen Problemen leidet.

Pflege kann für Angehörige eine erhebliche Belastung sein

Jeder Verwandte möchte gerne helfen, wenn es in der Familie einen Pflegefall gibt. Dies ist heutzutage, in einer Zeit zurückgehender Hilfsbereitschaft, sehr lobenswert und schön. Wir unterstützen unsere Kunden bei der Pflege von Angehörigen, indem wir Sie beraten und für die notwendige finanzielle Unterstützung sorgen. Selbst von der gesetzlichen Pflegeversicherung können Sie Geld erhalten. Mit einer zusätzlichen privaten Pflegeversicherung ist natürlich nochmal alles ein wenig einfacher.

Beim Pflegen darf nicht nur die benötigte Zeit betrachtet werden. Viel wichtiger sind die körperliche und psychische Belastung. Pflege ist für Körper und Geist mitunter sehr anstrengend. Warum, erklären wir Ihnen nun im Detail. Wir bitten Sie diese Punkte ernst zu nehmen. Wer gut vorbereitet ist und trotz allem auf sich selbst schaut, der kann dieser Belastung besser begegnen.

Pflege braucht viel Zeit – meist Rund um die Uhr

Die Pflege eines Angehörigen nimmt sehr viel Zeit in Anspruch. Wenn der Alltag nicht mehr alleine zu bewältigen ist, sind die helfenden Tätigkeiten den gesamten Tag über und eventuell auch nachts zu bewerkstelligen. Dabei geht es um Dinge, wie Hilfe mit der Körperpflege, Hilfe beim Zubereiten und zu sich nehmen von regelmäßigen Mahlzeiten, einkaufen gehen, putzen etc. pp. Unter anderem gehört aber auch die Hilfe im sozialen Leben dazu; also das Arrangieren von Terminen beim Arzt oder bei der Bank, das Ausmachen von Treffen mit Freunden und Verwandten o.ä.

Als pflegender Angehöriger bleibt da nicht mehr viel Zeit um seinen eigenen Alltag zu bewältigen – die gleichen alltäglichen und sozialen Verpflichtungen hat man natürlich auch selbst zu erfüllen. Dies führt irgendwann dazu, dass man selbst gestresst ist – rein zeitlich.

Körperliche Belastung für pflegende Angehörige

Durch eine pflegende Tätigkeit wird der eignen Körper meist stärker beansprucht. Beim Aufstehen helfen, beim Gehen stützen, im Pflegebett waschen – all diese Tätigkeiten sind sehr kraftintensiv. Dauerhaft kann es zu Rückenschmerzen und –problemen kommen. Auch andere körperliche Beschwerden sind nicht auszuschließen. So zum Beispiel eine allgemeine körperliche Erschöpfung, da einfach auch die Zeit fehlt sich selbst zu regenerieren.

Psychische Belastung für pflegende Angehörige

Zu pflegende Personen sind oft nicht nur körperlich nicht mehr in der Lage sich selbst zu helfen – meist kommt auch eine Form der Demenz oder eine andere Erkrankung hinzu. Oft treten im Zuge dessen starke Persönlichkeitsveränderungen ein. Der einem normalerweise sehr vertraute Mensch wird einem plötzlich eher fremd. Gereiztheit, aggressiveres Verhalten, Nervosität oder auch vermehrte Angst sind ein paar Beispiele hierfür. Für die pflegende Person ist es nicht immer einfach damit umzugehen. Oft treten Schuldgefühle auf oder man hat ein schlechtes Gewissen. Man macht sich natürlich viel Sorgen um den Angehörigen und dessen Zustand. Es ist eine sehr große Verantwortung, die man auf sich nimmt und mit der man auch umgehen können muss. Es treten Beschwerden wie Kopfschmerzen, Verspannungen und Schlaflosigkeit auf.

Was tun – wie kann man sich selbst helfen und wer kann einem dabei helfen?

Für sich selbst fallen einem wahrscheinlich leichter ein paar Dinge ein, die gegen die eignen Beschwerden helfen. Keine Medikamente natürlich. Sondern mal ein Wochenende oder zumindest ein Tag für sich alleine oder mit Freunden, wo man sowohl den Körper als auch die Seele baumeln lassen kann. Eine Massage des Rückens, einfach viel schlafen oder ein gemütlicher Stadtbummel. Es ist SEHR wichtig, dies zu tun. Nur wenn man selbst ausgeglichen und zufrieden ist, kann man auch für eine andere Person vollkommen da sein.

Um sich dies allerdings „gönnen“ zu können ohne ein schlechtes Gewissen zu haben und auch den Angehörigen in guten Händen, und nicht alleine zu wissen – darum will man sich natürlich zuerst kümmern. Es gibt unterschiedlichste Möglichkeiten.

  • Bemühen Sie sich um einen ambulanten Pflegedienst; täglich kann eine professionelle Pflegekraft kommen und bestimmte Aufgaben übernehmen. So zum Beispiel das morgendliche Waschen des Pflegebedürftigen und körperliche Hygiene.
  • Engagieren Sie eine Putzfrau, die zum Beispiel alle zwei Wochen kommt – dann müssen Sie diese Aufgabe zumindest nicht jede Woche übernehmen. Gleiches gilt für Einkäufe: vielleicht kann ein Nachbar ein paar Dinge mitbringen.
  • Melden Sie sich bei einer Pflege-Beratungsstelle. Diese haben oft ehrenamtliche Helfer die zum Beispiel auch beim Einkaufen helfen oder bei anderen Aufgaben im Haushalt mithelfen können. Je nach gesundheitlichem Zustand des Pflegebedürftigen gehen diese auch mit dem Pflegenden spazieren, können gemeinsam Karten spielen oder eine Geschichte vorlesen.
  • Melden Sie sich bei der Pflegekasse und erkundigen Sie sich nach Pflegekursen – diese werden für Angehörige angeboten. Man lernt Handgriffe der Pflege, die dabei helfen selbst Kraft zu sparen und auch eine Fehlbelastung (wie zum Beispiel des Rückens) zu vermeiden. Desweiteren lernt man andere Menschen kennen, die auch Angehörige pflegen und kann sich austauschen und gegenseitig Tipps geben oder sich sogar gegenseitig helfen
  • Treten Sie in Kontakt mit der Pflegekasse und informieren Sie sich, welche Möglichkeiten der finanziellen Unterstützung Sie für all diese Dinge bekommen. Man kann Geld- und Sachleistungen beantragen.

Viel Erfolg und viel Kraft wünschen wir Ihnen.

Beitrag verfasst von Konrad Dießl.