Pflegeversicherung Leistungen

Wesentliche Leistungen der Pflegepflichtversicherung

Zunächst einmal dient die Pflegepflichtversicherung der Abdeckung des Grundbedarfs. Deutschlandweit ist jeder volljährige und arbeitstätige Bürger verpflichtet, eine gesetzliche Pflegeversicherung abzuschliessen. Diese soll im Bedarfsfall dafür sorgen, dass die Grundversorgung sichergestellt ist. Abhängig von der Pflegestufe werden durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung die Leistungen für den Pflegebedürftigen bestimmt. Dieser hat die Möglichkeit zu entscheiden, ob er durch Angehörige oder ausgebildete Pflegekräfte zu Hause oder in einem Pflegeheim gepflegt werden möchte.

Folgende Pflegeleistungen stehen dem Betroffenen je nach Pflegestufe zu:

  • Pflegegeld
  • Pflegesachleistungen
  • Teilstationäre Pflegeleistungen
  • Vollstationäre Pflegeleistungen

Die gesetzliche Pflegeversicherung finanziert sich hierzu durch die Beiträge, welche jeweils zu 50% vom Arbeitnehmer und Arbeitgeber eingezahlt werden.

Welche Pflegeleistungen werden bei der Pflegepflichtversicherung nicht berücksichtigt?

Folgende Leistungen werden bei der gesetzlichen Pflegeversicherung nicht berücksichtigt:

  • Betreuung dementer Personen
  • Krisenbewältigung/Vereinsamung
  • Soziale Unterstützung
  • Umgang mit Sterben und Tod

Somit werden wesentliche Bereiche in der Pflege nicht bei der Grundlagenberechnung der gesetzlichen Pflegeversicherung mit einbezogen, welche teils jedoch bei den Pflegezusatzversicherungen aufgegriffen und berücksichtigt werden.

Leistungen der Pflegepflichtversicherung im Überblick

Welche Leistungen sind in der Pflegeversicherung enthalten und was deckt die Pflegepflichtversicherung nicht ab?

Welche Leistungen zeichnen die Pflegezusatzversicherung aus?

Die Pflegezusatzversicherung soll die Versorgungslücke zwischen gesetzlicher Pflegeversicherung und tatsächlichem Bedarf schliessen. Dass heisst, mit dieser Versicherung sollen auch Pflegeleistungen und sonstige, über die Grundversorgung hinausgehende Bedürfnisse abgesichert werden. Auch wenn keine private Pflegezusatzversicherung vorhanden ist, besteht ein Anspruch auf Leistungen durch das Sozialamt. Von diesem werden vorerst dennoch erst die Ressourcen des Pflegebedürftigen sowie der Angehörigen ersten Grades ausgeschöpft.

Die Unterhaltspflicht des Angehörigen ersten Grades (Kind, Eherpartner) ist Selbstbehalt abhängig – dieser muss hierfür nach Abzug von Krediten, Mieten und dergleichen über € 1.400,- liegen. Ansonsten kommt das Sozialamt für die Finanzierung der Leistungen bis zu einem gewissen Grad auf.

Es existieren 3 verschiedene Arten der Pflegezusatzversicherung:

  1. Pflegekosten-Versicherung
  2. Pflege-Tagegeld-Versicherung
  3. Pflege-Renten-Versicherung

 1.) Pflegekosten-Versicherung

Die gesetzliche Pflegeversicherung übernimmt meist nur einen Teil der Pflegekosten. Die Pflegekosten-Versicherung übernimmt die Restkosten. Die Pflegekosten-Versicherung orientiert sich hierfür an den tatsächlichen Pflegekosten, sodass diese Versorgungslücke bis zu einer gewissen Obergrenze geschlossen werden kann. Ein großer Nachteil ist allerdings, dass diese Versicherung sehr viel Verwaltungsarbeit mit sich bringt – sämtliche Rechnungsbelege sind nach der Vorauszahlung vorzulegen, um die Kosten zurückerstattet zu bekommen. Selbst im Falle der Pflegebedürftigkeit muss man weiterhin Beitragszahlungen leisten.

2.) Pflege-Tagegeld-Versicherung

Hierzu wird von vornherein ein Tagessatz vereinbart, der im Falle der Pflegebedürftigkeit ausgezahlt wird. Üblicherweise hat man bei Abschluss bestimmte Gesundheitsfragen zu beantworten – es gibt allerdings auch Tarife bei denen Wartezeiten veranschlagt werden und im Gegenzug die Gesundheitsfragen entfallen. Dies ist insbesondere für Personen mit Vorerkrankungen recht attraktiv. Im Gegensatz zu den Pflegekostenversicherungen muss bei den Pflege-Tagegeld-Versicherungen nicht durch Rechnungen belegt werden, wofür das ausgezahlte Geld verwendet wurde. Dieses steht dem Betroffenen tatsächlich frei zur Verfügung.

Zudem werden bei den meisten Pflege-Tagegeld-Versicherungen die Leistungen auch ausgezahlt, wenn die Pflege durch Angehörige stattfindet; und nicht durch professionelles, qualifiziertes Pflegepersonal. Unter anderem zahlen viele Versicherungsgesellschaften das Tagegeld auch bei Demenz; selbst wenn der Betroffene weiterhin nicht pflegebedürftig ist.

Ein Nachteil bei dieser Versicherung ist, dass die Beträge der Pflege-Tagegeld-Versicherung nicht an die steigenden Pflegekosten angepasst werden. Nimmt man die Versicherung also sehr lange in Anspruch, so sind die tatsächlich anfallenden Pflegekosten irgendwann nicht mehr komplett gedeckt. Ebenso kann es vorkommen, dass die Zahlung des Tagegeldes bei Krankenhaus- oder Reha-Aufenthalten, die nicht in direktem Zusammenhang mit der Pflegebedürftigkeit stehen, nicht ausgezahlt werden.

3.) Pflege-Renten-Versicherung

Bei der Pflege-Renten-Versicherung kann man, vergleichbar der Pflege-Tagegeld-Versicherung, die Höhe der Leistungen bis zu einer festgelegten Obergrenze selbst bestimmen. Auch die Rechnungen für die Pflegeleistungen müssen nicht vorgelegt werden. Diese Versicherung ist somit recht unbürokratisch. Ein weiterer Vorteil ist, dass im Fall der Pflegebedürftigkeit keine Beiträge mehr bezahlt werden müssen. Desweiteren müssen die Beiträge maximal bis zum 85. Lebensjahr geleistet werden. Die Höhe der Beiträge ist garantiert, bleibt also immer gleich. Insbesondere zu Anfang machen sich jedoch sehr hohe Beiträge negativ bemerkbar. Diese Versicherung ist sicher nur sinnvoll, wenn die Pflegebedürftigkeit erst nach einer sehr langen Vertragsdauer eintritt.

Die private Pflegeversicherung im Überblick: 3 Typen im Markt verfügbar

Es werden im deutschen Versicherungsmarkt drei typen von privaten Pflegeversicherungen angeboten. Mit diesen Versicherungsangeboten bieten private Versicherer Ihnen die Möglichkeit, die geringen Erstattungen der Pflegepflichtversicherung aufzustocken, um die realen Pflegekosten bezahlen zu können. Dies sind die Pflege-Renten-Versicherung, die Pflege-Tagegeld-Versicherung und die Pflegekosten-Versicherung.

Fazit zu den Leistungen der privaten Pflegeversicherungen

Wie aus den angeführten Arten der Versicherungen ersichtlich, ist es unumgänglich, sich mit den verschiedenen Formen der Pflegezusatzversicherungen auseinanderzusetzen. Es ist wichtig, für sich selbst Prioritäten festzulegen und Aspekte festzulegen, auf die man besonderen Wert legt. Nicht jede Versicherung ist für jeden gleich gut geeignet. Sie richten sich unter anderem nach Beitrittsalter, finanziellen Möglichkeiten, eventuellen Vorerkrankungen, Unterbringungswünschen (Ambulante Pflege oder Heimpflege) sowie persönlichen Vorzügen.

Fest steht jedenfalls, dass für den Fall der Pflegebedürftigkeit die gesetzliche Pflegeversicherung allein nicht ausreichend ist. Für eine finanzielle Sicherheit im Falle der Pflegebedürftigkeit spielen die Leistungen einer Pflegezusatzversicherung also eine sehr wichtige Rolle.

Beitrag verfasst von Konrad Dießl.