Ist eine Pflegeversicherung sinnvoll?

Warum ist eine Pflegeversicherung zusätzlich zur Pflegepflichtversicherung sinnvoll?

Im Falle der Pflegebedürftigkeit, will man eigentlich erst recht den gleichen Lebensstandard wie zuvor beibehalten. Hierfür ist die gesetzliche Pflegeversicherung keinesfalls ausreichend. Die Grundversorgung wäre damit zwar abgedeckt, aber niemals die Versorgungslücke. Ist also nur eine gesetzliche Pflegeversicherung vorhanden und wurde keine private Pflegeversicherung abgeschlossen, so müsste man auf Angehörige, Familie oder Bekannte zurückgreifen, um die Pflegeleistungen bzw. zusätzliche finanzielle Aufwendungen abdecken zu können.

Dem kann man durch eine zusätzliche Pflegeversicherung vorbeugen, welche die Versorgungslücke behebt – also der Differenz zwischen dem aktuellen/vorherigen Verdienst und dem geringen Betrag, den die gesetzliche Pflegeversicherung auszahlt. Um hinterher nicht auf finanzielle Unterstützung von Angehörigen oder/und der Sozialhilfe angewiesen zu sein und eine bessere Absicherung zu haben, ist die zusätzliche Pflegeversicherung somit sehr sinnvoll, wenn nicht sogar unerlässlich!

Kann die Pflege nicht mehr zu Hause durch Angehörige durchgeführt werden, so ist die ambulante Pflege durch qualifiziertes Pflegepersonal nötig, oder sogar die Unterbringung in einem Heim. Die Kosten hierfür sind meist mindestens doppelt so hoch, wie der Betrag des ausgezahlten Pflegegeldes. Die Angehörigen können sich das oft nicht mehr leisten

Welche Aspekte sind bei der Pflegeversicherung zu beachten?

Falls der Einzahler vor seinem Tod nicht pflegebedürftig wird oder die vereinbarte Mindestpflegestufe nicht erreicht bzw. benötigt, hat man das Geld umsonst eingezahlt. Demzufolge ist es ratsam bei Abschluss einer Pflegeversicherung eher mit einer niedrigeren Pflegestufe einzusteigen, auch wenn dadurch die Beitragsrate steigt. Ansonsten riskiert man, keine Auszahlung zu erhalten, obwohl man regelmäßig Beiträge gezahlt hat.

Die Grafik zeigt, ob eine private Pflegeversicherung sinnvoll ist oder nicht.

Pflegetagegeldversicherung oder Pflegekostenversicherung sinnvoll?

Pflegetagegeldversicherung

Entscheidet man sich für eine Pflegetagegeldversicherung erhält man im Bedarfsfall einen zuvor festgelegten Tagessatz. Vorteilhaft an dieser Art der Versicherung ist die Tatsache, dass man nicht vorweisen muss, für welche Pflegeleistung man das Geld verwendet. Es steht Einem vollständig frei zur Verfügung. Nachteilig wirkt sich jedoch aus, dass inflationelle Schwankungen nicht ausgeglichen und die steigenden Pflegekosten nicht berücksichtigt werden. Die Pflegetagegeldversicherung ist sicher sinnvoll, wenn man die bürokratischen Prozesse eher umgehen möchte; empfiehlt sich jedoch nicht unbedingt, wenn die Pflegekosten bedarfsmäßig vollständig von der Versicherungsgesellschaft übernommen werden sollen.

Pflegekostenversicherung

Hat man eine Pflegekostenversicherung abgeschlossen so verhält es sich wie folgt: die gesetzliche Pflegeversicherung hat eine festgelegte Kostengrenze. Übersteigen die tatsächlich anfallenden Kosten diese Grenze, so muss man diese zuerst selbst übernehmen (Vorauszahlung der Pflegeleistung). Nach Vorlage der entsprechenden Rechnungen bei der Versicherung werden diese einem zurückerstattet.

Allerdings gibt es auch bei der Pflegekostenversicherung häufig eine sogenannte Deckelung. Das bedeutet, auch diese zahlt nur einen gewissen Höchstbetrag zu den tatsächlich anfallenden Kosten. Hat man also eine gewisse Pflegeleistung in Anspruch genommen, so zahlt einen Teil davon die gesetzliche Pflegeversicherung und den restlichen Teil bekommt man von der Pflegekostenversicherung zurückerstattet. Nimmt man die gleiche Pflegeleistung nochmals in Anspruch und ist diese in der Zwischenzeit teurer geworden (Erhöhung der Pflegekosten), so bekommt man von der Versicherungsgesellschaft nur so viel mehr, bis die maximale Summenbegrenzung ausgeschöpft ist. Es kann also durchaus möglich sein, dass man einen Teil der Kosten selbst übernehmen muss. Je höher man also die Summenbegrenzung seiner Pflegeversicherung beim Abschluss legt, umso höher sind die Beträge für Pflegeleistungen die einem zurückerstattet werden.

Nachteilig bei dieser Art der Versicherung ist zum einen der hohe bürokratische Aufwand, zum anderen der Fakt, dass diese Versicherung nicht bei der Angehörigenpflege, sondern nur bei Heimunterbringung und professioneller ambulanter Pflege zum Tragen kommt. Somit ist diese Art der Pflegeversicherung nicht für jeden Pflegebedürftigen sinnvoll.

Fazit: eine private Pflegeversicherung ist sinnvoll

Etwa 20% der 80- bis 84-jährigen, ca. 40% der 85- bis 89-jährigen sowie ungefähr 60% der über 89-jährigen in der deutschen Bevölkerung gelten aktuell als pflegebedürftig. Statistisch gesehen gibt es also viele Menschen in der Bevölkerung, die früher oder später nicht mehr in der Lage sein werden das alltägliche Leben selbstständig führen zu können; sie werden also zum Pflegefall. Allein diese Tatsache ist Grund genug, sich zeitig Gedanken über den Abschluss einer zusätzlichen, auf die eigenen Bedürf nisse abgestimmte, Pflegeversicherung zu machen. Wir vom Team Test Pflegeversicherung können Ihnen den Abschluss einer zusätzlichen Pflegeversicherung nur wärmstens empfehlen. Welche Pflegeversicherung für Sie geeignet sein könnte, können Sie unseren Beschreibungen der Tarife der verschiedenen Versicherungsgesellschaften entnehmen.

Beitrag verfasst von Konrad Dießl.