Die private Pflegeversicherung

Jetzt Monatsbeitrag für die private Pflegeversicherung berechnen

Haben Sie sich schon einmal damit beschäftigt, welche Kosten für Pflegefälle in Deutschland anfallen? Viele Deutsche unterschätzen diese Kosten laut einer repräsentativen Befragung und sind sich nicht über die Risiken bewusst. Die gesetzliche Pflegepflichtversicherung ist schon lange nicht mehr ausreichend, um im Alter die Pflegekosten zu decken. Wir empfehlen: berechnen Sie unverbindlich, was eine private Pflegeversicherung Sie kosten würde. Starten Sie jetzt den Onlinevergleich für private Pflegeversicherungen. Dieser ist bald auf unserer Website verfügbar.

Warum ist eine private Pflegeversicherung sinnvoll?

Eine private Pflegezusatzversicherung als Ergänzung zur gesetzlichen Pflegepflichtversicherung macht Sinn. Die Leistungen der gesetzlichen Pflegepflichtversicherung gelten eigentlich für alle deutschen Bundesbürger, aber sie bieten nur einen grundlegenden Schutz. Die realen Kosten liegen je nach Bundesland deutlich über den Erstattungen der gesetzlichen Pflegeversicherung. Nur mit einer privaten Pflegeversicherung können diese Mehrkosten sinnvoll versichert werden.

Die Versorgungslücke ohne private Pflegeversicherung beträgt bis zu 2.000 EUR – pro Monat!

Das Team Test Pflegeversicherung hat für Sie eine Schätzung rund um die Versorgungslücke ohne private Pflegeversicherung zusammengestellt. In Rot sind die realen Kosten dargestellt, in grün die Erstattungen der gesetzlichen Pflegeversicherung. Ganz unten sehen Sie, dass nach den Erstattungen der gesetzlichen Pflegepflichtversicherung ein enormer Fehlbetrag offen bleibt.

In Pflegestufe 3 fällt dieser sowohl für die ambulante Betreuung durch einen Pflegedienst als auch für einen Platz in einer Pflegeeinrichtung enorm hoch aus. Dies gilt für Mitglieder einer gesetzlichen Krankenkasse ebenso wie für privat krankenversicherte Personen. Auch Privatversicherte genießen ohne zusätzliche private Pflegeversicherung nur den Schutz der gesetzlichen Pflegeversicherung.

Tabelle, die Kosten für Pflege den Erstattungen der gesetzlichen Pflegepflichtversicherung gegenüberstellt

Eine Pflegeversicherung ist fast unumgänglich, um beim Eintreten einer Pflegebedürftigkeit nicht auf sehr hohen Kosten sitzen zu bleiben.

Ohne private Pflegeversicherung droht den Kindern von Pflegepatienten eine Unterhaltspflicht

Ärgerlich, teuer und für junge Familien besonders bedrohlich: wenn die eigenen Eltern zum Pflegefall werden, sind volljährige Kinder verpflichtet für die Eltern Unterhalt zu zahlen, falls deren finanzielle Mittel für die Deckung der Pflegekosten nicht ausreichen. Das heißt im Klartext, dass sobald keine private Pflegeversicherung besteht, eine enorme Summe aus dem Vermögen der Eltern für die Deckung der Pflegekosten abfließt. Haben die pflegebedürftigen Eltern diese Mittel nicht, fragt der Staat als nächstes bei den Kindern der pflegebedürftigen Person an.

Diese Unterhaltspflicht ist aus unserer Sicht einer der Hauptgründe für eine Pflegeversicherung: Belasten Sie Ihre Kinder nicht mit der Zahlung Ihrer Pflegekosten. Zudem wird es für Sie als Pflegefall dann auf einen sehr geringen Standard in der Pflege hinauslaufen, da Ihre Kinder höhere Kosten nicht bezahlen können oder wollen. Und wohlwollend gedacht: eine Pflegeversicherung schützt Ihre Kinder auch davor, dass ein großer Teil ihres Erbes für die Pflegekosten verbraucht wird. Das mag hart klingen, aber aus rein finanzieller Perspektive betrachtet, macht eine private Pflegeversicherung wirklich in vielen Fällen Sinn.

Drei Typen von privaten Pflegeversicherungen werden angeboten

Der Versicherungsmarkt bietet drei verschiedene Typen von privaten Pflegeversicherungen an. Die Pflegerentenversicherung, die Pflegetagegeldversicherung und die Pflegekostenversicherung. Jede dieser privaten Pflegeversicherungen schützt auf eine andere Art vor hohen Pflegekosten im Alter oder bei einem Unfall. Die gesetzliche Pflegeversicherung reicht in aller Regel nicht aus, die Kosten zu decken.

Nun stellt sich schlichtweg die Frage, welches Modell zur Absicherung man wählen möchte.  Entweder versichert man das Kostenrisiko der Pflege, oder man legt, wenn es einmal soweit ist, den entsprechenden Kapitalbetrag auf den Tisch. Für wenig Verdienende kann sich dies sehr schwierig gestalten. Hier empfiehlt sich definitiv eine Pflegeversicherung. Beim Personen mit hohem Einkommen ist es eine Frage der Bequemlichkeit und Planungssicherheit. Zahle ich vorzeitig einen kleinen Teil meines Einkommens als Absicherung für die Pflegekosten, oder rechne ich nachher mit einer großen, in der Höhe nicht planbaren Ausgabe.

Welche privaten Pflegeversicherungen gibt es? Im Folgenden geben wir Ihnen einen Überblick über die im Markt angebotenen privaten Pflegeversicherungen.

1. Die Pflegetagegeldversicherung als beliebteste Form der privaten Pflegeversicherung

Die Pflegetagegeldversicherung ist die beliebteste Form der Pflegeversicherung.  Sie schließen hier einen Versicherungsvertrag ab, der Ihnen für jede Pflegestufe ein bestimmtes Tagegeld ab dem ersten Tag der Pflegebedürftigkeit zusichert. Je höher Sie dieses Tagegeld ansetzen, desto teurer wird der Monatsbeitrag.

Ein sehr wichtiger Vorteil der Pflegetagegeldversicherung ist, dass Sie frei über das ausgezahlte Geld verfügen können. Sie müssen keinen Kostennachweis erbringen und erhalten ab Feststellung der Pflegestufe Ihre Auszahlungen. Jedoch ist die Pflegetagegeldversicherung hier sehr nah an einer Kapitalanlage – unter Umständen macht diese dann manchmal mehr Sinn. Nämlich dann, wenn es unwahrscheinlich ist, dass Sie früh pflegebedürftig werden und wenn Pflegebedürftigkeit bei einem Unfall abgedeckt ist.

Ein Nachteil der Pflegetagegeldversicherung ist, dass sich die Auszahlungen nicht an die steigenden Pflegekosten anpassen. Wenn Sie heute eine solche private Pflegeversicherung abschließen und in 15 Jahren plötzlich mit steigenden Pflegekosten konfrontiert werden (aufgrund Inflation oder neuen Pflegemethoden, steigenden Personalkosten oder hoher Nachfrage durch überalterte Gesellschaft), dann liegt es an Ihnen die Mehrkosten durch Ihr privates Kapital auszugleichen.

2. Die Pflegekostenversicherung als intelligente Form der Absicherung von Pflegekosten

Die Pflegekostenversicherung erstattet die privat aufgewendeten Pflegekosten für Pflegedienst, Pflegematerial und Pflege durch Angehörige. Dabei richtet sich die Höhe der Erstattung anteilig nach der Erstattung der gesetzlichen Pflegeversicherung. Ein Beispiel: bei Pflegekosten von monatlich 1000 EUR erstattet die gesetzliche Pflegeversicherung im vorliegenden Beispiel ca. 250 EUR – also 25% der Gesamtkosten. Steigen nun die Pflegekosten an, wird die gesetzliche Versicherung früher oder später auch ihre Erstattungen an den realen Kostenlevel anpassen müssen oder die Erstattung ist bereits prozentual definiert. Steigt nun die Erstattung der gesetzlichen Pflegeversicherung, passt sich die private Pflegekostenversicherung daran an. So genießen Sie bei der Pflegekostenversicherung den Vorteil, dass sich diese nicht auf einen Betrag festlegt (beim Tarifabschluss), sondern auf einen Prozentsatz der Kosten, die Ihnen später im Pflegefall erstattet werden.

Beim Tarifabschluss dieser Art der privaten Pflegeversicherung legen Sie die Prozentsätze für die Pflegestufen fest. Je höher die Erstattung gewünscht wird und je älter der Versicherungsnehmer beim Abschluss sind, desto teurer fällt der Beitrag zur Pflegekostenversicherung aus. Gerechnet auf die Leistung ist die Pflegekostenversicherung minimal teurer wie das Pflegetagegeld, da die Versicherungsgesellschaft das Risiko steigender Pflegekosten berücksichtigen muss in ihrer Berechnung.

3. Die Pflegerentenversicherung ist die teuerste private Pflegeversicherung

Die Pflegerentenversicherung wird häufig als die ideale Absicherung für den Pflegefall beworben. Sie ist allerdings nur sehr eingeschränkt zu empfehlen. Der Bund der Versicherten rät von dieser Form der Pflegeversicherung ganz klar ab und bezeichnet die Pflegerentenversicherung “als undurchsichtige Kombination aus  Sparvorgang und Versicherungsschutz”. Wir vom Team Test Pflegeversicherung raten ebenfalls von der Pflegenrentenversicherung ab und empfehlen andere Formen der privaten Pflegeversicherung, da diese günstiger sind und mehr bringen.

Bei der Pflegerentenversicherung gibt es meist drei Leistungsfälle:

  • Todesfallleistung – bei Eintreten des Todes wird an die Angehörigen eine festgelegte Summe ausgezahlt.
  • Rente bei Pflegebedürftigkeit – sobald eine bestimmte Pflegestufe eintritt beim Versicherungsnehmer, bezahlt die Pflegerentenversicherung eine monatliche Rente aus.
  • Rente bei Alterseintritt – ab einem bestimmten Rentenalter (z.B. 65 Jahre) wird eine monatliche Rente ausbezahlt. Die Höhe richtet sich nach den gezahlten Beiträgen.

Unserer Einschätzung nach ist die Verzinsung der Rentenzahlungen sehr schlecht. Wir empfehlen anstatt dieser kombinierten Form aus Pflegeversicherung und Rentensparplan, lieber zwei getrennte Angebote wahrzunehmen.

Grundlegendes zur Antragsstellung bei privaten Pflegeversicherungen

Viele Pflegeversicherungen fragen im Antrag nach dem Gesundheitszustand des Antragstellers. Immer wieder kommen Kunden zu uns, die von anderen Mitbewerbern den Tipp bekommen haben, ihre Vorerkrankungen beim Antrag auf private Pflegeversicherung zu verschweigen. Dies können wir nicht unterstützen und raten dringend davon ab. Warum? Wenn die private Pflegeversicherung eine Prüfung Ihrer Akten fordert, kann es Ihnen passieren, dass Sie weder gezahlte Beiträge zurückerhalten, noch die entsprechenden Pflegekosten erstattet bekommen.

Seien Sie daher ehrlich im Antrag auf Pflegeversicherung und konsultieren Sie lieber einen Arzt oder Spezialisten, wenn Sie sich bei manchen Angaben im Antrag unsicher sind. Legen Sie notfalls erklärende Unterlagen bei, bevor Sie die Versicherung im Unklaren lassen.

Sollten Sie wegen gesundheitlicher Probleme nicht erfolgreich sein, bei der Beantragung einer privaten Pflegeversicherung, stecken Sie nicht den Kopf in den Sand. In diesem Fall raten wir zur Pflege-Bahr, einer staatlich geförderten Form der privaten Pflegeversicherung. Diese Art der Pflegeversicherung steht allen offen und kann ohne die Beantwortung von Gesundheitsfragen beantragt werden.

Beitrag verfasst von Konrad Dießl.