Wie stelle ich einen Pflegeantrag?

Was ist ein Pflegeantrag?

Um Pflegekosten zurückerstattet zu bekommen, muss man zunächst einen Pflegeantrag stellen. Dieser beinhaltet wesentliche Informationen zur pflegebedürftigen Person und deren aktuellen Situation. Nach Überprüfung desselben durch den Versicherungsträger wird festgelegt, ob ein Anspruch auf Rückerstattung besteht. Wichtig für die Genehmigung des Pflegeantrags ist, dass eine dauerhafte Pflegebedürftigkeit für mindestens 6 Monate besteht und eine Einordnung in eine der gesetzlich festgelegten Pflegestufen.

Auf dieser Seite geben wir Ihnen Tipps rund um das Ausfüllen des Pflegeantrags und das Einreichen des Pflegeantrags in ihre Pflegeversicherung. Nutzen Sie unsere Checkliste und gelangen Sie in 10 Schritten zum perfekten Pflegeantrag. So gibt es keine Probleme mit Ihrer privaten Pflegeversicherung oder der staatlichen Pflegepflichtversicherung.

Das Bild zeigt die ersten zwei Seiten des Pflegeantrags der Barmer Versicherung. Erhalten Sie 10 Tipps wie man diesen ausfüllt.

Wie füllt man einen Pflegeantrag aus? Lernen Sie bei uns, was es im Rahmen der Antragsstellung auf Pflegeleistungen alles zu beachten gibt.

Pflegeantrag stellen

Die Antragsstellung des Pflegeantrags sollte möglichst früh erfolgen, um die Bezüge von Beginn der Pflegebedürftigkeit an zu erhalten.

Vorgang Antragsstellung Pflegeantrag (Operative Antragsstellung)

Der Pflegeantrag muss direkt an die zuständige Pflegeversicherung gestellt werden. Dies kann auf mündlichem, aber auch auf schriftlichem Wege geschehn. Wird die Pflegekasse telefonisch kontaktiert, schickt sie üblicherweise ein Formular an den Antragssteller.

Entscheidend für die Pflegeversicherung sind folgende Aspekte:

  • Art der Leistung: Pflegegeld, Sachleistung oder Kombinationsleistungen
  • Art der Pflege: Häusliche, ambulante, vollstationäre, teilstationäre, Kurzzeit-, Behinderten-, Verhinderungspflege oder sonstige Betreuungsleistungen

Werden Pflegegeld oder Kombinationsleistungen beantragt, müssen folgende Punkte im Antrag angeführt werden:

  • Pflegende Person
  • Behandelnder Hausarzt
  • Falls vorhanden: Facharzt
  • Einwilligung der Einsicht in die Krankenakten durch Versicherung und Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK)

Bei der Beurteilung des Pflegebedarfs kann ein Pflegetagebuch, in welchem sämtliche zu verrichtenden Tätigkeiten nach Art und mit Angabe der Dauer für die einzelnen Verrichtungen festgehalten werden, hilfreich sein.

Man kann den Pflegeantrag natürlich auch direkt in Schriftform an die Pflegeversicherung schicken, muss dabei aber berücksichtigen, dass die wesentlichen Informationen in dem Antrag integriert sind (s. u. 10 Tipps für den perfekten Pflegeantrag).

Wer kann den Pflegeantrag stellen?

Einen Pflegeantrag kann der Betroffene selbst stellen. Ansonsten sind die gesetzlichen Vertreter von Kindern und Jugendlichen unter 15 Jahren oder der jeweilige Bevollmächtigte des Pflegebedürftigen dazu bevollmächtigt. Ist der Pflegebedürftige in einem Alterswohnheim untergebracht, dessen Kostenträger die Gemeinde, das Bundeslandes oder eine Sozialversicherung ist, können gegebenenfalls auch diese Kostenträger berechtigt sein, den Antrag zu stellen.

Wo kann ich Hilfe für den Vorgang der Antragstellung eines Pflegeantrags erhalten?

Ist man sich unsicher bezüglich der formellen Korrektheit des Pflegeantrags, kann man sich in der Regel vor Ort an die jeweilige Pflegeversicherung wenden. Die Sachbearbeiter werden Ihnen gerne die notwendige Hilfe bei der Erstellung Ihres Pflegeantrags geben.

In 10 Schritten zum perfekten Pflegeantrag

Mit der folgenden Checkliste vom Team Test Pflegeversicherung schaffen Sie es schnell und unkompliziert Ihren Pflegeantrag auszufüllen. Falls Sie Fragen haben, sind wir jederzeit gerne für Sie da!

  1. Persönliche Daten des Antragstellers bereits bei der formlosen Antragsstellung angeben (Name, Adresse, Krankenversicherungsnr. usw.) – lassen Sie sich das Datum der Antragsstellung von der Versicherung zwecks Auszahlungsbeginn bestätigen! Die Auszahlung beginnt ab dem Tag des Eingangs der Antragstellung bei der Pflegekasse.
  2. Welche Art der Leistung wird benötigt? Geht es Ihnen um Sachleistungen, Unterstützung für Angehörige, welche die Pflege übernehmen, oder um die Finanzierung des Pflegedienstes?
  3. Angaben zur Pflegebedürftigkeit: hier wird geklärt, welcher Pflegebedarf besteht und in welche Pflegestufe sie fallen. Wichtig: wer hier zu knapp ist, oder untertreibt, bekommt nachher meist weniger Leistungen ausgezahlt. Lesen Sie hierzu unbedingt auch unsere Informationen zum Begutachtungsverfahren, in welchem der Grad der Pflegebedürftigkeit festgestellt wird.
  4. Finden Sie im Beratungsgespräch mit Ihrer nächstgelegenen Pflegekasse heraus, ob Sie einen Anspruch auf Beihilfe oder erweiterte Pflegeleistungen haben.
  5. Wer ist Pflegeperson? (Angehöriger? Berufstätig? Inanspruchnahme Pflegezeit?) Sie können auch verschiedene Modelle (Pflegedienst und Angehörige sowie Sachleistungen) kombinieren. Je nach Pflegestufe (siehe unter Wissenswertes) gibt es unterschiedliche Leistungen für diese Kategorien.
  6. Angabe der Bankverbindung: das entsprechende Konto sollte über eine Regelung bzw. Patientenverfügung für den Zugriff durch Angehörige offen sein. Sonst kann es im Zweifelsfall sehr kompliziert werden, die für Sie benötigten Pflegeleistungen zu finanzieren.
  7. Wer ist Hausarzt? Am besten bleiben Sie bei Ihrem Hausarzt, der Sie schon über Jahre kennt, und dem Sie vertrauen können. Können Sie dies nicht, kann der Pflegeantrag ein Anlass sein, den lange angedachten Wechsel des Hausarztes endlich zu vollziehen.
  8. Wer unterschreibt den Pflegeantrag? Dies ist immer die pflegebedürftige Person, außer es besteht eine Übertragung der Mündigkeit an einen Angehörigen oder selbst gewählten Betreuer bereits zum Zeitpunkt des Pflegeantrags. In diesem Fall ist die Übertragung / Bevollmächtigung durch entsprechende Dokumente (erst einmal Kopien) zu belegen.
  9. Wir vom Test Pflegeversicherung Team empfehlen das Führen eines Pflegetagebuchs, um die Ermittlung des persönlichen Bedarfs zu erleichtern und dem Gutachter eine gute Grundlage zur Entscheidung über Ihre Pflegestufe zu geben. Das Pflegetagebuch wird vollkommen unterschätzt – wir raten wirklich nachdrücklich für einen Monat ausführlich zu dokumentieren, was Ihr Pflegebedarf ist. Schreiben Sie das Pflegetaguch zusammen mit einem Angehörigen und nach einer kurzen Besprechung mit der Pflegeberatungsstelle ins Reine.
  10. Haben Sie die Möglichkeit bei der Pflegekasse persönlich vorzusprechen, können Ihnen die Sachbearbeiter bei der Antragsstellung behilflich sein. Bringen Sie Ihr Pflegetagebuch und alle wichtigen Unterlagen mit.

Beitrag verfasst von Konrad Dießl.